Beiträge von Nienor

    In der Schweiz sind 0.5 qm als Mindestgrundfläche für die Haltung von Ratten in der Tierschutzverordnung vorgeschrieben.

    Das heisst aber auch, dass alles drunter alt Tierquälerei zu deuten ist.

    Von daher stellt sich mir die Frage nach dem Warum in meiner Bubble nicht wirklich.

    ich finde das Mass gerade interessant, weil es genau dem entspricht, was wir im Tierheim als Mindestmass für die Vermittlung festgelegt haben (aber wir achten nicht auf Innen- oder Aussenmass), in unserer Haltungsbroschüre kommunizieren und die 120 cm Höhe stammen genau von der 95er Suite ...

    einfach die Hölle auf Erden für uns, besonders weil wir an jedem unserer Tiere extrem hängen.

    Neben allem, was gesagt wurde, würde ich diesen Punkt auch gern noch ansprechen.

    Degus haben eine deutlich höhere Lebenserwartung als Ratten. Das heisst, ihr werdet mehr mit dem Abschied konfrontiert als bei den Degus. Mit Pech werden sie nicht mal ein Jahr alt, weil ihre Lunge das nicht mehr mitmacht, mit viel viel Glück tüdelige 3-jährige Rentner. Aber dann ist dann für die meisten auch langsam Schluss. Diese ständigen Todesfälle waren neben der Allergie meines Partners der Grund, die Rattenhaltung aufzugeben. Es hat mir jedes Mal das Herz gebrochen, egal ob sie nur 10 Monate alt wurden oder 3.5 Jahre.

    Man muss einfach damit rechnen, dass das Rudel im Durchschnitt nach 2 Jahres ausgewechselt wird. Bei 6 Tieren, was eine gute Anzahl ist im Sinne des Sozialverhaltens, sind das 3 Todesfälle pro Jahr.

    Glaubt ihr ich kann die Zeitung aber trotzdem mit meinem Stufe 5 Aktenvernicher zerkleinern?

    Ich hatte mir extra deshalb einen Aktenvernichter zugelegt :D Also ja, kannst du. Insbesondere, wenn der Schredder eher zerreisst als wirklich schneidet. Meine Ratten haben die Streifen als Nistmaterial geliebt.

    In diesem Alter kann man auch noch einfach ein paar neue, ebenso junge dazusetzen muß nicht ewig Integration machen! Ich würde mir schnell noch drei Babies holen und dann hast du ein süßes kleines Rudel.

    Ganz so einfach ist das dann doch nicht, wenn man nicht nur das Integrationsalter anschaut.

    Finny ist eine Ratte von draussen und muss dringend vor der Integration auf innere Parasiten untersucht werden. Im Idealfall ist sie durchbehandelt und sauber, bevor man neue Tiere dazu setzt, sonst stecken sich die neuen direkt an. Würde man gleichalte Weibchen dazu setzen - die man aus keiner seriösen Quelle in dem Alter bekommt - ist das nicht ganz ungefährlich für die anderen Babies. Viel zu jung für die Trennung (Weibchen sollten bis Ende 8. Lebenswoche zusammen bei der Mutter bleiben), gerade mal richtig futterfest, wenig Reserven und so ganz fit ist das Immunsystem bei all dem Stress auch nicht, zumal die Antikörper aus der Muttermilch auch langsam nachlassen.


    Im Idealfall wird von Finny ab heute eine Kotprobe gesammelt, die dann gründlichst untersucht wird (Würmer, Giardien und Co.). Gleichzeitig wird sie einem Tierarzt vorgestellt, der beurteilt, ob sie schon vor dem Ergebnis der Kotprobe behandelt werden kann bzw. sollte (schliesslich haben Tiere von draussen zu 99% irgendwelche Endoparasiten).

    Und dann schaut man, dass man später (anbehandelt sollte Finny zum Schutz der neuen schon sein, damit sie nicht mehr extrem viele Parasiten ausscheidet) frisch abgabebereite Jungtiere findet, die man dann per Babyintegration dazu setzen kann. Am besten nicht aus kleinen Würfen, denn die entwickeln sich schonmal schneller und sind dann womöglich schon zu reif für eine Babyintegration.

    Hey


    Ratten sollten 8 Wochen lang mit ihren Geschwistern zusammen bleiben, die Damen mit der Mutter, die Jungs nach der Geschlechtertrennung mit ihren Brüdern. In dieser Zeit lernen sie noch unheimlich viel Sozialverhalten voneinander im Spiel, sodass sie in möglichst grossen Gruppen sein sollten.

    Sie fressen aber auch wie Scheunendrescher, weshalb viele sie gern so früh wie möglich los werden wollen.

    Mich stört es wirklich nur, wenn gesunde integrierbare Böcke einem so hohen Risiko ausgesetzt werden, obwohl es nach meinem Kenntnisstand nicht notwendig ist für ein glückliches Rattenleben.

    Nicht nur das. Meine Erfahrung mit "sinnfrei" kastrierten Jungs (hier wird vom Rattenclub einfach alles kastriert, was nicht bei 3 auf dem Baum ist, weil die Jungs die achso beliebte Blitzintegration nicht so friedlich mitmachen würden) ist, dass sie häufig Mobbingopfer werden. Die hätten das Testosteron für ihr Selbstbewusstsein gebraucht.

    dass die Kastraten ja auch gern noch die rattigen Weibchen besteigen

    Das machen sie in der Anfangszeit und bei neuen Damen, später haben sie daran weniger Interesse.

    Da die Damen sich auch untereinander berammeln, wenn eine rattig ist, brauchts dafür aber keinen Herren.

    Ich finde die Vorstellung andersrum gruseliger: Ein Bock unbemerkt in einem Damenrudel =O


    Aber um alle Sitzkissen-Scheuen mal zu beruhigen: Nur die Kleinsten haben riesige Klöten. Das verwächst sich im Alter etwas 8)

    Hier hat es zwei schwarze Vollböcke im Video (und ihre kastrierten Brüder 1x schwarz, 1x schwarzweiss - alle um die 1.5 Jahre zu dem Zeitpunkt) - und dazu noch einen alten Siam-Kastraten, der auch noch gern die Intelligenzspielzeuge ausräumt, obwohl die Beinchen schon schwach werden ...


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    BTW: Ich habe lieber Hormonböcke als nochmal so eine Terrorzicke wie meine Hope. Die war bei Integrationen schlimmer als so mancher Hormonbock. Die brauchte jeweils Sekundentreffen, damit sie mir neue Ratten nicht zerlegt hat. Und auch im Rudel war sie immer ein Unruhestifter und hat Schwächere gemobbt. Bei Jungs hat man mit der Kastration bei einigen wenigstens eine Chance, da noch was dran zu ändern ..

    Hey


    Ich hatte damals mit Damen angefangen und recht bald meine ersten Kastraten aus dem Tierheim dazu geholt.

    Später habe ich dann ganz auf Jungs umgestellt - und zwar auf ganze Kerle. Vor allem, weil die schlechter vermittelt werden konnten und daher länger auf ein neues Zuhause gewartet haben.

    Zwischendurch hatte ich dann noch 4 Damen aus schlechter Haltung zur Weitervermittlung übernommen und war dann ganz froh, dass meine Bande nur aus Kerlen bestand. Die Damen waren einfach viel verrückter. Die sind einfach mal sinnfrei gegen das Fenster gesprungen und so komische Sachen. Da waren meine Jungs viel überlegter in ihrem Handeln. Auch haben Weibchen häufig bis ins hohe Alter keine Zeit zum kuscheln, wohingegen die Jungs es oft schon in jungen Jahren geniessen - aber nicht alle.

    Und das Jungs faul sind, kann ich nicht bestätigen. Wenn sie von klein auf gefördert werden, sind sie bis ins hohe Alter sehr agil, neugierig und natürlich auch für Intelligenzspielzeuge zu begeistern (erst wenn die körperliche Kraft nachlässt, hört auch das auf). Man darf sie halt nicht als faul abstempeln, fett werden und vor sich hin faulenzen lassen, sondern immer wieder neue Impulse geben, dass ihre Neugierde und Bewegungsfreude behalten.

    Hey


    Grundsätzlich ist es nicht besorgniserregend, wenn sie irgendwo frei rum liegen und schlafen. Dann fühlen sie sich einfach sicher.


    Was aber bedenklich ist, wenn sie häufig sich so hinlegen, dass der Kopf irgendwo runterhängt. Das kann auf Atemprobleme z.B. aufgrund einer Herzerkrankung hindeuten. Auf dem Bild wirkt er auch etwas struppig und die halb offenen Augen könnten ebenfalls auf ein gesundheitliches Problem hindeuten.

    Hey


    Bei sehr gierigen Rudeln hatte ich Wachteleier besorgt. Da konnte jeder eins bekommen und selber knacken.

    Hat den Streit massiv reduziert ;-)

    Ich komme aus einem Dorf in der Nähe von Chur, also Kanton Graubünden. In dem fall kommst du auch aus der Schweiz. Darf ich auch fragen woher?

    Wir sind aus dem Thurgau ... da ist es einfacher, auch nach Züri zu kommen. Das Pfötli und der Zürcher Tierschutz haben ja auch immer wieder mal Ratten. Aber von Chur aus ist das schon recht weit.

    Wobei, um eine vorherige Frage zu beantworten: Ratten können in einer gut ausgestatteten, grösseren Transportbox schon auch einige Stunden transportiert werden. Wichtig sind Futter, wässriges Gemüse und ein Kuschelhaus o.ä. zum verstecken (Holzhäuser sind gefährlich bei Bremsmanövern). Nicht ständig, aber einmalig für die Reise ins neue Zuhause ist das kein Problem.

    Das nächste, was mir gerade einfällt, wäre Dornbirn in Österreich.

    Die haben gemäss Webseite aktuell sogar Ratten: https://www.vlbg-tierschutzhei…tlungstiere/jacky-nikita/

    Allerdings nur zwei, was euch vor ein weiteres Problem stellt: Woher weitere Ratten, damit es ein artgerechtes Rudel wird?

    was in der Schweiz gar nicht so einfach

    kenn ich ;) Zuletzt hatte ich daher immer Ratten aus dem Süden Deutschlands adoptiert. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Rattencluber eine spezielle Sichtweise auf Tierschutz und Vermittlung haben.


    Von wo bist du denn?