Langfristige Rudelplanung und Integration

  • Hallo alle zusammen,


    da es bei mir im Herbst mit einem ersten eigenen Rudel losgeht und ich mir viele Gedanken machen wollte ich mal meine Gedanken teilen und euch nach euren Meinungen fragen:


    Starten will ich idealerweise mit 3 (oder 4) Tieren und dieses kontinuierlich (alle 12 bis 15 Monate) mit Jungtieren (1-2) auffrischen.


    An liebsten wären mir "möglichst wenig Tiere im Rudel zu haben" und "trotzdem artgerecht" zu sein, weil andere Mitbewohner Sorge haben dass es "ausartet" und ich selbst sehr gerne jedes Individuum des Rudels kennen und schätzen lernen möchte, was bei 5 Tieren besser geht als bei 8.



    Jetzt die Fragen:


    1.) Seht Ihr Probleme bei der Integration der neuen Tiere, weil wenn man von 2,5 Jahren Lebenserwartung pro Tier ausgeht es vorkommen kann, dass Jungtiere in ein Rudel aus ziemlich alten und mittel-alten Tieren integriert werden müssen.


    2.) Viele Leute mit denen ich Kontakt hatte meinten dass sie nur mindestens 2 Tiere aus einem Wurf abgeben, weil sonst die Integrationsphase für ein einzelnes Tier sehr stressig sein könnte

    (3-4 Wochen "allein im Käfig" - naja bei uns würde dann sehr viel der "Kamerad Mensch" versuchen Ersatz zu sein) - Eure Meinungen?


    3.) Welche "Rudelplanung" bzw. Schemas fahrt Ihr denn so? Sehe ich das ggfs. zu wissenschaftlich/mathematisch und man bekommt dann eh immer irgendeinen "Notfall" rein?



    LG vom rattenfreund

  • 1) Nicht unbedingt, ich habe bloß die Erfahrung gemacht, dass Senioren von sehr jungen, verspielten Ratten genervt sein können - ist bei uns kein Problem, weil sie genug Ausweichmöglichkeiten haben, sowohl im Käfig als auch im (oft halbtags vorhandenen) Auslauf und sie generell recht harmonisch sind; mir tun die Senioren dennoch manchmal leid, wenn die jungen spielen und sie selbst aber einfach nur chillen wollen ;)


    2) Das sehe ich auch so, wir integrieren wenn möglich auch immer mind. 2 dazu. Allerdings haben wir auch schon einen Einzel-Notfall übernommen, da war die Qurantäne im neuen Käfig das geringere Übel - ich würde also keine Ratte in einem schlechteren Umfeld lassen, nur weil sie ein paar Wochen alleine bleiben müsste (genauso wenig wie wir alte Ratten abgeben würden). Wir lassen sie aber auch meist nur 1-2 Wochen in Quarantäne, es sei denn, sie haben eine ansteckende Krankheit die länger abheilen muss, oder sie müssen erst kastriert werden. Mitunter starten wir auch so eine Art "partielle Integration", klappt aber nur, weil wir unser Rudel sehr gut einschätzen können.


    3) Ich glaube, Du machst Dir zu viele Gedanken. Wir planen hier gar nicht, nur einmal war ein Weibchen ganz alleine im Männerrudel, weil ihre entzückende beste Freundin verstarb, da haben wir ihr dann 2 dazugenommen (was wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen wäre, aber wir meinten es gut und freuen uns über den Zuwachs ;)). Ansonsten nehmen wir einfach konkrete spontane Notfälle (aus verschiedensten Quellen), sofern wir gerade Kapazitäten haben.

    Man kann ja sowieso nicht berechnen, wie lange jede einzelne Ratte tatsächlich lebt, von daher finde ich Planen relativ überflüssig; planbar finde ich nur die Rudel-Aufteilung, wenn man sich für eine Ratte entscheidet.


    Viel Spaß mit den künftigen Ratten :)

  • Hallo,


    lass sie eines gleich gesagt sein: Ratten und Planung ... gar keine gute Kombi.

    Zum einen verliebt man sich eben mal hier und da. Ich denke die meisten hier haben mittlerweile mehr Ratten, als anfangs geplant. Aus 3 oder 4 werden auch gerne dann mal 5, 6 oder mehr. :D

    Ratten sind leider eher krankheitsanfällige Tiere und was ich allein in diesem Jahr an unerwarteten Todesfällen hatte - also eben nicht der Älteste und dann der Nächstälteste, sondern auch Ratten, von denen ich nicht gedacht hätte, mich so schnell verabschieden zu müssen.

    Das soll jetzt keine Angst machen, aber eben zeigen: Das Leben und Lebewesen sind nicht planbar. Es kann immer anders kommen und dann muss man als Halter zum Wohle des Rudels eben darauf reagieren und sich drauf einstellen.


    Aber nun konkreter zu deinen Fragen:


    1.) Seht Ihr Probleme bei der Integration der neuen Tiere, weil wenn man von 2,5 Jahren Lebenserwartung pro Tier ausgeht es vorkommen kann, dass Jungtiere in ein Rudel aus ziemlich alten und mittel-alten Tieren integriert werden müssen.


    >>> Es kommt immer auch auf die Ratten an, wie fit sie im Alter noch sind. Da habe ich schon große Unterschiede erlebt.
    Aber ja, tendenziell würde ich lauter alten Senioren eher keine ganz jungen Ratten vorsetzen. Ich würde vorschlagen da grob bei max. 6-9 Monaten Altersunterschied zu bleiben.


    2.) Viele Leute mit denen ich Kontakt hatte meinten dass sie nur mindestens 2 Tiere aus einem Wurf abgeben, weil sonst die Integrationsphase für ein einzelnes Tier sehr stressig sein könnte

    (3-4 Wochen "allein im Käfig" - naja bei uns würde dann sehr viel der "Kamerad Mensch" versuchen Ersatz zu sein) - Eure Meinungen?


    >>> Absolut richtig.

    Wir von der Notrattenhilfe Bielefeld, Ostwestfalen & Umgebung würden nie 1 Ratten alleine aus einer Gruppe rausreißen. Auch für Ratten ist eben jeder Umzug in eine fremde Umgebung, neuer Mensch, neue Geräusche und Gerüche, dann Integration in ein neues Rudel, leichter mit einem vertrauten Partnertier an der Seite.

    Einzeln vermittelt wird von uns nur, wer schon alleine sitzend zu uns kommt.


    3.) Welche "Rudelplanung" bzw. Schemas fahrt Ihr denn so? Sehe ich das ggfs. zu wissenschaftlich/mathematisch und man bekommt dann eh immer irgendeinen "Notfall" rein?


    >>> Ich plane auch gerne und habe immer meine Überlegungen.

    Aber ich kann dir sagen, in meinem Bekanntenkreis ist es z. B. mittlerweile der ewige Lacher, dass ich plane meine Rattenanzahl zu reduzieren. Klappt seit Jahren halt nicht. ^^

    Es kommt immer wer, in den ich mich verliebe, der arm dran ist (ich nehme seit Jahren bevorzugt Problemratten, die beißen, schwierig sind, lange einzeln saßen usw.) und dann denkt man nach ... ach, einer mehr geht schon, auch wenns anders geplant war.

    Das Maß, wie vielen Tieren man tatsächlich finanziell, von Platz und Zeit her gerecht werden kann, darf man natürlich niemals überschreiten. Aber wenn das gegeben ist ... kommt Zeit, kommt Ratte ...

    Grüßle von Tanja und Gustl, Hannes, Emil, Mika, Klötzchen, Ice, Oleg, Knöpfchen, Ghost, Semjon, Cornelius, Sven, Hakon, Artjom, Lev, Jaro
    Geliebt & unvergessen: 150 wundervolle Ratten

    Notrattenhilfe Bielefeld, Ostwestfalen & Umgebung mit Münsterland und Sauerland --- rund 50 Ratten suchen ein Zuhause

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!